Stockentenküken, war in einem Kinderbuch falsch hühnerkükengelb gemalt Diese Galerie ist eine Anleitung zum Malen. Hagemeister sagte, er habe sich seelisch ausdrücken wollen, den Stimmungston in einen Licht- und einem Schattenton zerlegt. Zu jedem Motiv habe ich eine Farbe als Licht- eine andere als Schattenfarbe ausgewählt. Ich weiß im Nachhinein nicht mehr welche das im Einzelnen waren. Bei den Herbstlaubbildern war der Lichtton den auf dem Boden liegenden Blättern entnommen. Ich fuhr bei einer Radtour die Havel entlang, durch einen entlaubten Buchenwald, der Boden war mit gelborangen hellen Blättern bedeckt. Der Himmel war mit blau dunkler als der Boden. Weiter sagt Hagemeister und das versuche ich in meinem letzten Seebild, er streiche Licht- und Schattenfarbe über die ganze Leinwand und setzte das andere hinzu. Er arbeitete mit Spachtel und Farbbrocken. Im Bröhanmuseum konnten wir uns überzeugen, nachdem wir zwei Farben mit Spachtel über die ganze Leinwand gestrichen hatten, dass Hagemeisters Bild einen unterliegenden dünnen Farbauftrag hat, er wird beide Farben schnell mit dem Spachtel über das ganze Bild gestrichen haben. Darüber liegen dicke Klumpen Ölfarbe, das sind die nachher eingesetzten Details. Die Havellandschaft hat Ähnlichkeit mir der von Monet dokumentierten [1] Seinelandschaft. Klare, geradezu logisch kalte Farben. Hagemeisters Technik hat er in der kleinen Selbstbiografie niedergeschrieben. Erste Auszüge las ich im Katalog der Hagemeister Retrospektive des Bröhanmuseums. Das als Titelbild gewählte knallige poppige Teichbild halte ich für beeindruckend und nicht für typisch für Hagemeister. Das Museum der havelländischen Malerkolonie hat einen Katalog zur Ausstellung Sigward Sprotte im Dialog mit Karl Hagemeister. Seine Auseinandersetzung mit Hagemeister war kontinuierlich. In diesem Katalog ist Hagemeisters ganze kleine Selbstbiografie abgedruckt. Dort ist er ausführlicher zu seiner Technik. Zum Beispiel beschreibt er, wie er Licht und Schattenton vom Himmel abliest. Ich lese das aus dem kleineren Motivabschnitt, den ich wähle ab. Das schränkt nicht ein. Zu viel Wissen hindert: Reduktion. In beiden Katalogen ist genug Material für jeden Interessierten. Ich füge Interessantes, was ich herausbekommen habe, hier an. Hagemeister lehnte die Zerlegung der Farben ab. Monet lehrte nicht, lernte von Seurat, da ich in seinen Bildern nach Kenntnis der Seuratfarben solche wiederfinde. Ich weiß aus der Physik, daß Diskretes in ein Kontinuum verschmiert. Seurats viele Farben vermischen sich in einen Stimmungston. [1] Ich glaube Monet nahm seine Farben von Bazille, nach seinem Tod 1870 malte er nicht mehr so, und seit Seurat aus dem Poinitlillismus. Man vergleiche sie!