liebe Liste, geehrter\* Herr Strozyna, ich kann Herrn Strozynas präziser Antwort wieder nichts entgegensetzen und trotz ihrer Kürze verstehe ich sie nicht oder will sie nicht verstehen. Mit Feuerbach können wir schlicht verbleiben, die Religion raubt den Menschen den Verstand und das Geld. Weitere Auseinandersetzung bei Schmidt fehlt und er ist kein Atheist. Oder wie Hans Wollschläger Hg. uns erinnert: _Grabschrift_ Wie leer ist es hier an meiner Stelle. Vertan alles Streben. Nichts bleibt von mir als die Quelle, die sie nicht angegeben. https://www.textlog.de/kraus/gedichte/worte-in-versen/grabschrift-ii und der wiederholt folgende Stelle zusammen mit dem verorteten Leviathan: Wir hatten einmal eine Sage gehört von einem bösen Mißstaat, den ein Dämon träumte, nun schliefen wir ein und träumten’s auch. Erwachend aber greift Zettel der Weber, der nicht in die Arme einer Feenkönigin, sondern einer Hexe eingerückt war, die ihn immer zu salutieren zwang, sich noch einmal an die Stirn und spricht: »Ich habe ein äußerst rares Gesicht gehabt.« Er hat das österreichische Antlitz gesehn. »Ich hatte ’nen Traum — ’s geht über Menschenwitz, zu sagen, was es für ein Traum war. Der Mensch ist nur ein Esel, wenn er sich einfallen läßt, diesen Traum auszulegen. Mir war, als wär’ ich — kein Menschenkind kann sagen, was. Mir war, als wär’ ich, und mir war, als hätt’ ich — aber der Mensch ist nur ein lumpiger Hanswurst, wenn er sich unter- fängt, zu sagen, was mir war, als hätt’ ich’s; des Menschen Auge hat’s nicht gehört, des Menschen Ohr hat’s nicht gesehen, des Menschen Hand kann’s nicht schmecken, seine Zunge kann’s nicht begreifen, und sein Herz nicht wieder sagen, was mein Traum war. Ich will den Peter Squenz dazu kriegen, mir von diesem Traum eine Ballade zu schreiben; sie soll Zettels Traum heißen, weil sie so seltsam angezettelt ist, und ich will sie gegen das Ende des Stücks vor dem Herzoge singen.« https://fackel.oeaw.ac.at/index.html?q=501,110 \*\*\*\* „Lichterloh schrie der Raubvogel, und packte mit Krallen und Zähnen die Wasserscheibe. »Mit Zähnen – ?« wandte sie betroffen ein. Jener kreiste korsaren wieder hoch, und ich winkte im Beobachten der Unpoetischen ärgerlich ab; gab dann allerdings zu : »Na ja; wenig Vögel haben Zähne.« : »Wenig – ?« wiederholte sie zähe und ungläubig (kannte mich also noch nicht lange, und ich mochte grade jetzt keine Vorträge halten, resümierte also : »Ja. Wenige.«).” -/1/- Aus: Arno Schmidt: Seelandschaft mit Pocahontas. In: Arno Schmidt: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe I, Bd. 1. Zürich 1987, S. 391-437, hier S. 404 Mit freundlichem Gruß K. Wulff ## Plausibilitätsgedanken Ob ich eine gute Frage hätte, die Antworten lohnten? Ich frage nicht. Ich befrage mich selbst und erwarte keine äußerliche Antwort. (Fragen ist öbszön! (Bodenheimer)). Ich will mir etwas plausibel machen. Und dann leite ich mir aus diesem "schlüssigen" System (ohne Beweis) die Folgerungen ab, die Sie hier ertagen: Und gelte als Ignorant oder zumindest nicht fachgelehrt. Ich hadere mit der ganzen Schmidtgeneration und ihrem Vorsatz mir das 39-45er Elend zu ersparen. Das war nicht ihre Absicht. Was ich von ihnen weiß, sind aus besten historischen Bücher Zeitzeugenberichte, die Zusammenhänge plausibel machen. Dann kommt sofort der Ruf: Und der Beweis? oder, und die wissenschaftliche Gelehrtheit? Und ja, ich kenne IHN: Erstens rekurriert er immer wieder auf die Erzählung Die Fremden, zweitens gab er wie Poe (der Effekt aus Stimmung und Handlung abgeleitet (nevermore, repeitiert und wiederholt. Allerdings! sagt Schmidt nichts zur von Poe ausführlich beschriebenen Konstruktion des Gedichts in Methode der Komposition \*\*\*, außer in einem Brief, dass es eine Sequenz enthält. ?))). Das Wetter bei Simenon. Licht- und Schattenton bei Karl Hagemeister ...).) eine Anleitung, die ich entschlüsseln soll, drittens gibt es Unsinnsgedichte, wie Ligeias dämliches finsteres morbides (Puff-) Gedicht auf dem Totenbett, die ebenso entschlüsselt werden sollen, und die Etyms, die aus Instanzen kommen und wie Jesuiten schnüffeln, und nicht funktionieren. Provokante These: Rettet sich Schmidt mit gußeisernem Gedächtnis in die Oberflächlichkeit der Wiederholung (nevermore) und das genial, statt ein / das System vertärkt zu suchen , immer neue auszuprobieren? Wieland , Poe, Bulwer ... Die Schwierigkeiten zu vergessen für Zahlenkünstler beschreibt ALexander R. Lurija in KLeines Portrait eines großen Gedächtnisses. Das Merken funktioniert dort mit Assoziationsketten über mehrere Sinne. Das vergessen erfordert dort aktive Übung und ist eine selbstgesetzt Aufgabe. Ich habe 6 mal cunt / Kant nachgeschlagen und bis jetzt nicht verstanden und die Engländer auch nicht (ich hatte zwischenzeitlich eine Erklärung aus dem Argot / Gaunersprache ) Dann soll die Religion nach Feuerbach exhibitionistisch das Intimste nach außen kehren, gewollt oder gezwungen. Feuerbach kritisiert die Religion um sie zu erhalten, such nur das menschliche Individuum als Ziel. -/2/- Im Berliner Antisemitismusstreit wird das und Hegels Vorarbeit als Auslöser der Problematik gesehen. Wenn das dann alles Erbauungsliteratur ist, die auf die göttliche Erweckung vorbereitet, empfänglich machen soll. Wer ist dann Gott? Bei mir kommt es auf die Bücherschütte und immer mehr. Ist Literatur im Dialog. Bestenfalls ja, indirekt. Ist der Autor im Dialog? Mit dem Leser nicht direkt, den der antwortet erst in der Rezeption und der Autor reagiert auf das gefühlte Zeitgeschehen. Nun verdächtige ich die deutsche Kunstproduktion nach 45 mehr oder weniger gar nicht mehr im Dialog zu stehen. Und Schmidts Protagonisten reden nicht mit ihren Geliebten, oder sehr selten, und nur unter Kugelbeschuß, Schmidt redete mit mir noch weniger, aber er ist so aufrichtig, er steht mit sich selbst nicht im Dialog. Das Opium des Volkes und nie wieder: Das Zitat hat sich Marx von Feuerbach geklaut und es soll bei Feuerbach sogar Opium für das Volk heißen, aber ich finde keine Stelle. Auf der Emanation reite ich nicht missionarisch rum, sondern weil ich glaube, dass der Evolutionsgedanke von Anfang an als Klassenherrschaft und eugenisch als Sozialdarwinismus als Terrorherrschaftsform einer untergehenden Klasse dient. Es gibt künstliche Zuchtwahl, was soll die Natur zur Zuchtwahl führen, wird nirgends gesagt. Angesichts Meteoriteneinschlägen, kann das nicht ihr Sinn sein. Vielleicht sollen Menschen schöne Musik machen und nach dieser Aufagabe hat sich ihr Dasein erledigt. Nein, ich glaube nicht an eine unveränderliche Schöpfung, aber das wie macht rätseln. Ich verwechsle das auch explizit nicht mit Schmidts Hintergrund der Pollmerschen Seancen, Spiritismus oder Mesmerismus (second sight), dem viktorianischen Gruselroman, der ganze Komplex ist oberflächliche Erregung und das Gegenteil von einer Auseinandersetzung mit irgendwas, außer der Psychologie. Nur weil die in der Folge der Mystik Erweckten (Saints) in Zungen reden. Mit dem Kulturbetrieb und seinen Betreibern hadere ich weil sie 2020 (oder soll ich sagen 2019 weil dort die Patente und Druckerzeugnisse entstanden) nichts entgegengesetzt habe, bis heute, nur ihre Finanzierung ins Trockene zu retten suchen. Sie verzeihen mir hier wieder meinen kleinen Zettelkasten, des aktuellen Plausibilitätsversuchs. Habe ich ein plausibles System, werfe ich alle Zettel weg, und lasse die Maschine arbeiten (Poe den Schachautomat, Schmidt den 20erjahre Menschen). Das Gerhirn / Gedächntnistier konnte das nicht und ärgerte sich und zürnte. Mein großer Zettelkasten weicht doch deutlich von dem Schmidts ab. ~~-/3/-~~ Das Umsiedlerhörspiel hatte mir sehr gut gefallen und wurde zeitbezogen umgesetzt, obwohl sich Schmidt nicht instrumentieren lässt. Im Internetarchiv. \*\* Kraus zitat \*\*\* Dieser Aufsatz weder von Wollschläger noch von Schmidt übersetzt in der HAffmansausgabe. Hatten sie ihn gelesen. Konnten sie ihn einordnen oder nicht wie Heureka? \*\*\*\* Dieser Artikel hätte nach `45 auch genügt. Qualtinger liest es vor. \* Ich komme mit der Anrede nun völlig durcheinander. \*\* Wollschläger hat Chandler übersetzt und Karl Kraus herausgegeben! ? Las ich in den 90ern. <3~°