Liebe Liste,
vielleicht ist mein Beitrag zum Verständnis von Schmidt für die Leserin mit dem Trivium:
1. Agnostizismus/Atheismus/
2. Sinnliche Geschlechtlichkeit als Mittel
3. Sprachzerstörung
das Schmidts Werk verständlich machen soll erinnerlich.
Bei weiterer Durchsicht fiel mir ein Fehler meinerseits auf: Den zugehörigen Entwurf habe ich verloren. (es tut Ihnen nicht leid!)
Ich sagte die Kriegsgeneration kokettiere gern mit Agnostizismus, sie, ohne zu wissen was das ist.
Ich schickte den Cäsar ist Jesus Artikel. Das steht übrigens auch in Ovid Metamorphosen: Cäsar wird vergöttert. Und Brutus ist für ihn das Schicksal(!) ein Gott zu werden, kein gemeiner Mörder und so weiter. (Das haben sie öfters gemacht.) Vielleicht setzt da Schmidts Lästerei an: Unfähige Generale zu Göttern machen, das fehlt ihm.
"Diese Seel', aus dem Leibe des Blutenden selber entführend,
Schaffe zu Glanz, daß immer auf mein Kapitol und den Markt her
Aus dem erhabenen Tempel der göttliche Julius schaue.
Kaum war geredet das Wort; als mitten im Raum des Senates
Stand die allgütige Venus, dem Blick unbemerkbar, und ihres
Cäsars Seel' aus den Gliedern, bevor in die Lüfte veratmet
Jene zerfloß, aufnahm, und zu himmlischen Sternen emportrug.
Während sie trug, ward leuchtend von Glanz und feurig die Seele;
Weit in die Quer' hinziehend das flammenwehende Haupthaar,
Funkelt der Stern, wohltätig, und schaut die größere Wohltat
Seines Sohns und freut sich, besiegt zu werden von jenem."
Ein starkes Argument gegen Kinderlosigkeit! Statt richtig stief.
Ich diskutiere mit übrig gebliebenen Linken. Wirtschaft. Man kommt da an Marx´ passender Beschreibung nicht vorbei. Und dann an Marx: Religion ist das Opium fürs Volk.
Im Zuge des jetzt gültigen Marktgesetzes heißt das: Angebot bestimmt Nachfrage
Auf obiges angewandt: Volk fürs Opium, Volk für Beliebiges, Volk für Unterhaltung... (doppelte Umkehrung: Propganda fürs Volk, nie wieder, Volk für Propaganda!)
Und dann lese ich bei Feuerbach sinngemäß (in einer Zusammenfassung): Eine Gesellschaft hat ein berechtigtes (und richtiges) Interesse an einer ihr zugehörigen Religion (und Ekstase? Erweckung? Hesse? Orff? Schopenhauer?), und damit sich diese zu schaffen. Ni Dieu ni maître. Das ist aber anarchistisch.
Feuerbach wird ob seiner breiten Wiederholungen geschmäht. Der Grundgedanke ist aber schön weit gefasst, nicht auf Katholizimus eingeengt und beschreibt, was ohne Religion brach liegen muss, weil es nirgendwo anders in der Gesellschaft behandelt wird. Hier fand eine wirklich Auseinandersetzung mit Religion und Gesellschaft statt, Bei Marx und Schmidt nicht, gar nichts.
Es gibt den naiven Atheismus, der selten ist, den praktischen, man kümmert sich nicht drum (Indifferentismus) und den theoretischen oder dogmatischen (!), Fichte verliert deshalb im Prozeß um einen Atheismusartikel seinen Lehrstuhl (Luxus würde Schmidt sagen), Letzteres fängt an als Hegel sich ums Thema Religion kümmert, und nicht mal schlecht. Gott ist rückgekoppeltes Selbsbewußtsein, Gott wird sich im Menschen bewußt: "Daß der Mensch von Gott weiß, ist nach der wesentlichen Gemeinschaft ein gemeinschaftliches Wissen, -- das ist der Mensch weiß nur von Gott, insofern Gott im Menschen von sich selbst weiß; dies Wissen ist Selbstbewußtsein Gottes, aber ebenso ein Wissen desselben vom Menschen, und dies Wissen Gottes vom Menschen ist Wissen des Menschen von Gott .-- Der Geist des Menschen von Gott zu wissen, ist nur der Geist Gottes selbst (Hegel Phil d. Rel. III 2 S 117.) (Hübsch. Jedenfalls besser als Erbschuld beibringen.)
Aus dem Compact Philosophie Wörterbuch von Valentin Pluder und Andreas Spahn:
Feuerbach, Ludwig, deutscher Philosoph (28.07.1804-13.09.1872). Feuerbach kritisiert die Theologie mit dem Ziel, die Religion zu anthropologisieren. Er enttarnt Gott als vom Menschen entfremdete Projektion des menschlichen Vollkommenheitsstrebens und will den Menschen selbst in den Fokus menschlichen Strebens rücken. Feuerbach betont\* gegen seinen Lehrer -> Hegel die Sinnlichkeit des Menschen und außerdem das dialogische Verhältnis von „Ich“ und „Du“, dass er als „Liebe“ auffasst. Zu Feuerbachs Hauptwerken zählt Das Wesen des Christentums (1841) und Das Wesen der Religion (1845). Feuerbachs Anthropologie und sein Entfremdungsbegriff haben Einfluss auf -> Marx und Friedrich Engels, aber auch auf Philosophen wie -> Nietzsche, Martin Buber (! Ich und Du, tolles Buch) und Karl Lowith.
\* Hegel sieht das ästhetisch.
(Andreas Spahn hat schon 2009 über Nachhaltigkeit geschrieben. Was halten sie von Philantropen? Wie Reemtsma. Bitte leise antworten! Nächstes Argument gegen Enke:Linnenlosigkeit. Reemtsmaoma: Ich hab es nicht besser gewußt!))
Kurze Zusammenfassung: Feuerbach sieht Gott als die Prokjektion der unerfüllten Wünsche der Menschen. (Wenn sie denn wissen, was sie wünschen, " Wer kaaft am Vatta aan neun Katalysatta", also einen SUV.) Marx (alles Materialisten (Epikureer)) spinnt das weiter, die Verhältnisse müssten umgeworfen werden, die die Religion als Opium fürs Volk nötig machten. Es folgt methodisch betriebene Sprachkritik (Halleluja) durch Russell und Wittgenstein: "Wovon man nicht sprechen kann soll man schweigen." Er meint seinen unbewiesenen abwesenden Gott.
Insofern kann ich dabei bleiben, dass Schmidt ein Agnostiker ist, aber das bedeutet nichts. Aber den Atheismus hat er nicht verstanden, weswegen er kein Atheist sein kann. Oder zum Thema ein Dekonstruktivist sein kann (aha Derrida! Ein Moderner!!!)
Leider bricht hier mein Trivium zusammen. Ich habe statt 10% nur ein Drittel weniger 6,67% von Schmidt verstanden. Das reicht auch nicht bei der geneigten Lese:rin.
Ich studiere Entscheidungsfindung mit dem Binärlogarithmus und habe Schülkes Tafeln zur Statistik. Darf ich meine Doktorarbeit einreichen. Schmidt und der Atheismus. Antichateaubriand (der nützliche Idiot), Le génie du Chistianisme als Steigbügel für Napoleon zur Machtanbandelung beim Vatikan (Feuerbach: Das Wesen des Christentums)... Jaja wir sind sensibel.
Vorsatz:
Wir haben die Welt als endlich erkannt und das Individuum als Ursache der Wirkung (Bernhard: Die Ursache bin ich.). Obwohl wir keinen Gottesbeweis verinnerlicht haben, besonders die von Goethe oder Leibniz, also Spinoza (deus sive natura) haben wir zu einem Realismus (schon früher in der Malerei von Mondrian zu Menzel) zurückgefunden, der uns dahin führt, dass wir die gottesbegründenden theologischen frühen Werke, als Realismus (Rabeleais(!) Roger Bacon) und Existentialismus, lieber lesen als die dekadenten frivolen versauten Rokokoaufklärungsschriften. Wieso?
Roger Bacon stellt vernünftig fest und nannte vier offendicula (Hindernisse), die uns den Weg zur wahren Naturerkennung versperren: 1. Respekt vor Autoritäten, 2. Gewohnheit, 3. Abhängigkeit von den marktgängigen Meinungen der Menge und 4. Unbelehrbarkeit unserer natürlichen Sinne. (Auch nett)
Nach Veröffentlichung des sinnlichen Epsteingeschäftsmodells (u.a Modebranche zur Rekrutierung der Franziskas) und weiterer Bestätigung der US Bigotterie verstehe ich warum Wood den sinnlichen Zettels Traum zur Orientierung in seiner Gesellschaft vorrausschauend (und dekonstruktivistisch?) übersezt. Mich erinnert das sehr an den 30-jährigen Krieg, Landsknechttum und Marketenderei, bei Rabelais gleich 150.000 putains, die die Armee verstärken. Ganz konkret gibt es 1890 bei uns richtig üble chauvinistische Strömungen, die die US-amerikaner jetzt abarbeiten. Also könnte ich durch tieferes Verständnis der Sinnlichkeit, wieder der Lese:Rin 3,3 % des Verständnisses von Schmidt über Punkt 2 Erotik als Mittel zurückgewinnen. Ich glaube ich bin nicht materialistisch genug dazu.
Ich grüße in die Runde
K. W.
P.S. Wahrscheinlich war mein verschollene Notiz ebenso wirr.
Ich lese in einem 1955 Wörterbuch der philosophischen Begriffe von Hoffmeister von Meiner (sehr sehr lustig!) in dem Paul Lorenzen einen Fehler zur Logik macht: " ... so ist [im Endlichen] jede Aussage entweder wahr oder falsch. NUR DANN(???) hat jede Aussage genau einen der beiden Wahrheitswerte "wahr" oder "falsch" (zweiwertige Logik)." Die Zweiwertigkeit einer Logik mache die Aussagen zu wahren Urteilen, weil 0 falsch ist, ist eins wahr. Das ist schlicht falsch: ein Urteil macht eine Aussage zu etwas Wahrem: A ist 1 == Urteil ==> A ist wahr.
Mal sehen was sie darin zu Feuerbach sagen. Mein kleines gutes vom Compactverlag hat leider keine Lektürevorschläge, Stellenangaben. Seltsam... Hm ... bei Meiner keine Erwähnung von Feuerbach. Jetzt muss ich mal in einen Kröner schauen.
(Fehlende Kommas: ,,,,,, ich setze keine mehr)
## Antwort des Hrn. Str.
Er anwortete es hiesse "Opium des Volks" und schlug eine Linie vor, die er ziehen wolle/könnes:
eine Linie ziehen : Feuerbach (Sinnlichkeit ((
Leben/Existenz)) - Freud - Schmidt ) .
[weiter](#!storz.txt)
angelegt:
2026-03-21 18:11:19