Coltrane Hausmusik

„Mit John Coltrane zu spielen war wie ein wunderschöner Alptraum.“
Roy Haynes 1 Zitat zur Zeit 1963.

Ankündigung

Polyharmonik: Zwei Blues Pentatoniken über drei Tonarten! 2 über 3.

Anleitung: Nicht einfach weglassen, sondern zwei in drei Tonarten einpassen.

Giant Steps von Coltrane kam zu seiner Miles Davis Zeit heraus, als er schon modal spielte. Es kann nicht mehr funktional, akkordgebunden, gemeint sein.

Beispiel Milestones

Gm Am Bb / G

Cj7 Dm7 Em7 Fj7 / A

Auf der Kind of blue ist der all blues ähnlich

Cj7 /g
gm / C

etc

D7#9 Eb7#9 D7

Ersteres mit d-Moll Pentatonik, dann es-Pentatonik und bei letztem d oben auf es-Pentatonik bleiben.

So what mit zwei moll-Pentatoniken, d und es.

Nun bewegt sich Giant Steps in drei Tonarten, die man mit blues Pentatoniken also einschliesslich b5 oder #4 begleitet eben in d und es! Man kann sich auch zwei andere auswählen. Eine Mollpentatonik lässt sich auch ver=dur=en wenn man zwei passende Töne halbtönig erhöht. So kommt man mit etwas Gehör mit zwei Skalen durch drei Tonarten.

Will man wie Coltrane Arpeggios anbringen bieten sich die moll7 Akkorde an einen Ganzton über den zweiten Stufen also hm7 bei am7 D7 Gj7 etc.

Wir nennen das Polyharmonik.

Abschliessend zwölftöniger Coltrane über cm7 mit F7 und C7 ergänzt letzteres bei e in der Melodie, (
die beiden Thomas Mann Beispiele ebenso je über fmoll7 und s. w.
und Cm7 usw.)

Sheet Music for "Miles’s Mode"Miles’s ModeCm7

Wird mit Cm7, F7 und C7 harmonisiert, man kanns auch komplizierter machen,

Sheet Music for "Doktor Faustus ( Beispiele )"Doktor Faustus ( Beispiele )

lead sheet Coltranes One up One down ( z.B d-moll7, Bb-moll7, fis-moll sieben alle drei ggf. mit b5 statt 5. Runterarpeggieren einen rauf! (ggf. mit b5 statt 5 lassen sich 12 chromatische Töne harmonisieren.)) entweder man macht eine Dissertation drüber ( diverse Transkriptionen online ) oder stellt fest, dass das Arpeggios über d-moll7, fis-moll 7, und Bb-moll7 sind vier Töne runter einer rauf, wie der Titel schon sagt. Sind das jetzt große Terzen?!? (ggf. mit b5 statt 5 lassen sich 12 chromatische Töne harmonisieren.)

Wie es angefangen hat!

„Ich habe in den letzten 15 Jahren nicht viel Freiheit gehabt.“
John Coltrane 2 Zitat ca. 1966?

Coltrane begann mit Milestones, und dann Kind of blue einer selten unfertigen Platte. Ich dachte immer Evans sei der Spiritus rector, aber die besten Soli ( mit verminderten Pentatoniken, also b5 ) spielte schon immer Coltrane, wie mir auffiel.

Ich befasste mich mit dem polyphonen Satz (Kontrapunkt) von Dietrich Manicke, Ekkehard Josts Freejazz, Milestones und dann Giant Steps Und Heikes Bemerkung, dass Chezaias Lied Megalovania zu Giant Stepspasse, aufbauend auf einer d moll blues pentatonik, mit fallendem Bass d c h b.

Sheet Music

(Passte auch gleich wieder zu One down, One up.)

Bei Miles Davis begann es mit dem Ascenseur par l´Échafaud.

Interessant, dass Sonny Rollins Coltrane nicht folgen kann, er spielt über Changes, aber gerade das soll ja mit Giant Steps aufgehört haben (Man nehme sich standardisierte Akkordvoicings, wir haben die schönen mit vielen Nonen von Wolf Burbat.) (Ich fasse hier zusammen, Giant Steps steht in drei Durtonarten G, Eb und H, und harmonisiert stets entweder II-V-I, oder V-I. Das erste Motiv ist ein Gmaj7 Arpeggio abwärts, später folgt ein Eb-maj 7 Arpeggio. H wird ausgelassen.) Tutorial WP YT video

Sheet Music for "Giant Steps"Giant StepsJohn ColtraneBmaj7D7Gmaj7B♭7E♭maj7Am7D7Gmaj7B♭7E♭maj7F♯7Bmaj7

Interessant auch St. Thomas oder Bemsha Swing, obwohl sie zu Moll modulieren, sollte man dem beim Improvisieren nicht folgen und die Tonalität Dur halten.

Die Idee, die Coltrane, wie sein Beispiel einer Zwölftonmelodie zeigt, ist die Form oder was auch immer aufzulösen, indem der Ort der Tonika verschwindet, weil man für drei Toniken nur zwei Skalen und somit nur zwei Finalnoten hat, diese aber in einem gewissen Sinn zu allen drei passen könnten, jeweils aber immer was anderes bedeuten.

Ich werde Giant Steps mal nicht auf Ganztöne reduzieren, sondern mit der verminderten Skala, die ja nun, mehr oder wenigier, vier oder zwei, Akkorde bietet. So zawinulmäßig.

Mal die weiteren Vertreter suchen.

Milestones: schiebt
g moll a moll und Bb Dur Akkorde über C hin und her, dann
C maj7 dm7 em7 Fmaj7 über a und wieder zurück, die Skalen unterschieden sich nur um b und h. In den Akkorden kommt kein Tritonus , verminderte Quinte, oder übermäßige Quarte vor.

Idee desselben ist die Unklarheit aller Tonart bei der erhöhten Terz der Molldominte, oder Erniedrigung der Septime der Tonika um zur Subdominante zu gelangen, oder der Unklarheit der Sext in Moll.

Drei Tonalitäten über zwei

Sheet Music for "Milestones ( chords / Akkorde )"Milestones ( chords / Akkorde )John Coltranegm/CCmaj7/A

Ebenso bei All Blues G-Dur und G-moll, und dann ein Halbtongeschiebe bei D7 Eb7 D7, der erst D7 mit #9 der zweite nicht,

Dieses Halbtongeschiebe d-Moll, es-Moll enthält auch So What.

Die Skalen von Flamenco Sketches kann man nachlesen, und vielleicht sollte man sich a Blue in Green auf der Basis anschauen ob Evans versuchte das Modale zu verstehen. (Oder Peace von Silver, oder Truth von Tolliver.) Jedenfalls passen auch die Musiker nicht zusammen.

Bill Evans hat das modale Spiel nicht verstanden, Coltrane ist viel weiter als Davis, der alles macht aber nichts merkt, Adderley ist und bleibt ein Bebopper, er kann gar nicht anders als in changes spielen. Und Wynton Kelly hat am meisten verstanden spielt aber einfach einen Blues, er verstand am meisten von Coltrane.

(Die Tritoni ergeben sich meines Erachtens zwangsweise aus dem ständigen Rumgeschiebe.)

Nun spielt Coltrane modal, um melodisch zu sein. Bei seinen vier individuellen Musiker ist das polyphon. Das macht der Kontrapunkt auch und hat einige Modi (= Skalen) und Satzregeln, so wird zum Beispiel lokrisch nicht verwendet, da es bei der Finalis (Grundton der Skala) keine Konsonanz bilden kann. Dort darf man Skalen um Leitetöne alterieren, die der Jazz vermeidet. Es gibt deren dann auch viele, aber eigentlich nur einen aus der Dominantkadenz.

Das ganze zieht sich von Pachelbel, der es schon am schönsten macht, über dann Bach, der akkordisch mit dem Generalbass arbeitet, bis zu Reger, der Geschiebe als Kadenz verkauft, siehe seine Modulationslehre.

Mozart macht es wenig überzeugend. Beethoven kann es, macht es aber nicht neu.

Interessanterweise kamen Ionisch und Äolisch also Dur und Moll primär im Kontrapunkt nicht vor, man benutzte, Dorisch, Phrygisch Lydisch und Mixolydisch.

Interessant bei phrygisch die kleine None über der Finalis, die auch bei Toniken angebracht werden kann. (Bobby Timmons weiß sowas, umgekehrt wie Coltrane kleine Nonen in Abwärtsbewegung.)

Nun spielt Coltrane in Giant Steps über drei Tonarten, da meint dann auch Pöhlert in seiner Grundlagenharmonik die Medianten zu verorten, es ist aber auch ganz anders gemeint, Giant Steps stammt aus der Davis Zeit und dort spielte er So What, also etwas einen Halbton auseinander, und das machen wir mit unserer Erkenntnis auch eine d-moll und eine es-moll blues-pentatonik ( mit und ohne 5 und b5, ebenso wie 7, 6 und b6) über drei Tonarten, später fanden wir auch h-Moll und C-moll blues Pentatonik interessant, also mal mit 5 mal mit b5. Auf der Kind of Blue fielen mir die verminderten Pentatoniken bei Coltrane schon auf mit b5, also wenn soetwas passt, hat man schon einen ersten Hinweis.

Sheet Music for "Tune Up/ Count Down"Tune Up/ Count DownM. Davis / John ColtraneEm7A7DDEm7F7B♭maj7D♭7G♭maj7A7D

Standardwissen ist, dass Coltane schon über die Tune Up Akkordwechsel, die unteren großterzverwandten gelegt hat, als noch keiner wusste, was er machte. Die anderen Musiker spielten II-V-I in D- Dur, während er durch drei Tonarten kreiste. Es passte auch nicht immer. Countdown harmonisiert wie Giant Steps.
Mit h-moll und c-moll pentatonik kommt man auch bei So What sehr weit, denn wir sagten schon kleine Nonen hier f fis, passte zu F-Dur maj7 als quasi Tonika.

Und dann anpassen bei den Pentatoniken zwei Töne um einen Halbton hochalterieren, dass man zum Eindruck eines Dur Mollwechsels kommt, also aus h moll
machten wir aus a h d e fis, ais h dis e f, oder fis.

und My Favorite Things fängt gleich so an

g h d , a cis e , h d fis c e g

also mit Bass:
e- moll 7, fis- moll 7, G maj7, A-moll 7 (quasi C6)

Wegen der Tritoni:

Sie kommen in den dissonanten Skalen Ganzton und vermindert also Halbton-Ganzton vor, und sind sehr dissonant aber auch indifferent, was sie zu statischen Toniken machen kann. Gleichbleibend schwebend sozusagen.

My Favorite Things beginnt dann so

G/E A/E hm/E C/E

bis F/H, was Walter Davis auch kennt. und man improvisiert erstmal e-phrygisch.

(Siehe Aimee Nolte und Kent Hewitt)

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  1. zitiert nach Chasin the Trane, J. C. Thomas, ↩︎

  2. zitiert nach Chasin the Trane, J. C. Thomas, ↩︎