Heike arbeitet, als Medizinfachkraft geschult, in einer Art hellem und weiß gefliestem Untersuchungsraum, vermutlich in weiß und kompetent. Ich stehe in der Tür, ein dunkelhaariger ansehnlicher Mann, Doktor, Assistent oder Hiwi, zamperonisch, etwas älter, dicklich, schwarzsch, ist noch da. Ich laufe herum, bin nackt, selbstverständlich, nicht schamhaft, ich hatte mir bewußt gemacht, daß ich barfuß furchterregend erscheinen kann, nicht muss. Wer barfuß geht, geht am Ende bar. Ich bin nicht wirklich in erotischer Stimmung, Heike arbeitet konzentriert und zielstrebig, bei der Sache. Ich bilde mir ein, sie empfindet mein erotisches Unvermögen, empfindet ihrerseits aus diesem Mangel erotisches Verlangen, sachlich geht sie dem nach, später liegt sie dem schwarzschen Mann nackt auf einer Trage fußzugewandt gegenüber, dieser liegt ebenfalls nackt auf einer Trage, schwarze Plastikunterlage, und bewegt seinen Barfuß Heike ganz oben zwischen den Beinen, sie hat die Beine zusammen und empfindet seine Berührung. Ich bilde mir ein, er bewegt seinen Fuß sie reizend, leise massierend. Es war natürlich, beängstigend. Manets Frühstück im Grünen, nur vertauscht. Ich bringe tief gekränkt trockenen Mundes hervor "Du kannst auch zu mir kommen!" , Obwohl ich nicht daran glaube, augenblicklich jetzt erotische Anspannung aufzubringen. Heike empfindet mein Unvermögen und hört anspruchsvoll nicht auf, an ihrem Bedürfnis zu arbeiten, ich stehe dabei, es endet nicht.
Ich habe meine Braut geschändet, die Mark Brandenburg. Militarismus, Untertanengeist, Stände- und Kastengesellschaft.
Es bellten die barfüßigen nackten Hunde, als sie geil die Häuser der Herrchen und Frauchen verteidigten und bewachten, und Rechte zugebilligt bekamen, die die Hausbesitzer keinem Menschen zubilligen, nackt rumrennen und sich behaupten, verteidigen, angreifen. Es ist aber auch zu seltsam, da sie die Bedrohung der nackt um ihre Häuser schleichenden Anarchisten, ohne Sprengstoffgürtel, gar nicht ahnen, besser sie sie vorsorglich in ordnungswidrige Tabus versenken, in der Hoffnung die besessenen Mauern bewachten und beschützten ihre peinliche Nacktheit, die nur im Vertrauen der Ehefrau ausgelebt werden darf. Denn sie hält zum Mann, muss. Peitscht ihn.
Wer Bücher beschmiert beschmiert am Ende auch Menschen. Wer Bücher mit Kaffee bekippt, bekippt am Ende auch Menschen.
Ich bekippte mich nackt im Garten mit Kaffee. Das blaß leuchtende Gespenst auf dem Steglitzer Friedhof bekippte sich mit kaltem Tee. Hoden schrumpfen. (Georg hat unrecht, Hoden haben etwas für sich.)
Nach diesem bösen Traum ging es mir, realiter, also wirklich und wach, also authentisch, SPOOOAAT, mit einer Nacktinspektion des Gartens und Nacktgiessen von drei Kannen Regenwasser an die grünen Novemberpflanzen wieder besser. Ich reckte mich kurz, Lichtgestalt der Dunkelheit, auf dem Dach in den Himmel.
Ich stieg hinunter und umfasste den dicken Baumstamm und fühlte ihn, Armesumfang, vier Meter hoch, phallisch, ein erregtes Geschlecht, hart, groß. Schön. Broch hat den Penis in Uniform erwähnt, ich denke aller Körperkult, totalitäre Körperfeier, Kolossalstatuen, hat dieses Bild, nur daß schamhaft, sie kaschieren etwas, der schöne stattliche Mensch, von seinem Viermeterpenis kastriert wurde, getrennt. Vergangenheitsbewältigung heißt also Zusammensetzen. Die Psychologie sucht im Unterbewußten, warum kaschiert werden muss.
Heike sollte sich überlegen was die Liebe wert ist, 200,- Euro könnte eine erfolgreiche Anzeige kosten, die hat sie meist nicht. Sie befreit mich handstreichartig mit Machete. Oder ist sie nicht willens, sie für mich auszugeben, zu verschwenden? Ich bin dies Wenige nicht wert. Oh je.
Es interessierte wieder keinen. Es war keiner da, 8° Celsius. Frisch. 18:30 19. November dunkel bis auf städtische Lichtverschmutzung. Ich testete Tarnmaßnahmen, das Gesicht ließ ich noch aus, um nicht gar zu finster, falls jemand käme, zu erschrecken. Bundeswehrkohle hat sich als nicht flächendeckend erwiesen, machte nur blasse Streifen, damals war es angekohlter Kork und der Kamerad gab sich künstlerisch Mühe mein Gesicht vollständig zu schwärzen, ich musste alle Ganzkörperwinkel selbst erreichen, damals waren wir grün angezogen, aber ich verspürte schon damals ein unstillbares Bedürfnis, mich in eine Schlammpfütze zu schmeissen, zu suhlen wie ein Schwein, ja ein wärmendes Schwein fehlt, aufbegehrend gegen Disziplin durch vorauseilenden übererfüllenden Gehorsam. So fing es vor 100 Jahren an. Ja ich war damals schon ein gelehriger Schüler der nachmilitaristischen inneren Führung. Mich hielt eigentlich nur ab, daß ich keine Pfütze zur Verfügung hatte, und ich befürchtete Ausrüstung, Klamotten und Stiefel wieder händisch reinigen zu müssen. Ein abgefeuertes Gewehr wurde zwei Stunden lang geputzt, und wieviel länger die ganze Ausrüstung?
Glücklich lag ich auf vorheriger Radtour an der Donau nackt im eiskalten Gebirgsbach, Gebirgswasser schmeckt trotz gelöster Salze, eher Mineralien, destilliert leer und hohl, verwest, elektrolytisch gleichgewichtsverschiebend, das Wasser strömte erregend und mich auskühlend und zunehmend gefrierend über mich, die Zeitspanne mich lustvoll zu erleichtern war endlich, der Zwang wurde mit zunehmender Kälte hochnotgeil, glücklicherweise bin ich älter weniger von Torschlußpanik betroffen als damals. Romantik tötet schnell. Der Feringasee der Heimat fühlte an kälteren Tagen nackt beschwommen sich schön sebstverständlich und entspannt an, nach einigen Stößen der Arme und Beine. Dem Wasser ist die Badehose gleichgültig. Warum muss es Wasser sein?
Klausis vergangenes Glück, es war dennoch eine durch und durch befriedigende natürliche Masturbation, ich glaube sogar das Wasser des Bachs nicht die Hand hat die Erregung wieder gelegt, vermindert, beruhigt, besänftigt, das samtene Streicheln von Kopf bis Fuß besorgt. (Wie sanft möchte Heike streicheln?) Durchs Blätterdach schien nicht wärmend die Sonne mit ebenso angeregten Heliumlinien. Nach Saha.
Einige Jahre später umschmeichelten mich die tiefen Wasser mehrerer abgeschiedener nicht minder kalter eiszeitlicher, Gletscher aus Schweden, Havelseen, auf meiner schönsten und schlimmsten Radreise an der Havel. Ob ich besamte, zu fern von Liebe säte, oder nicht kann ich nicht sagen, vielleicht einige Male, nicht alle, es spielt auch keine Rolle, es spielt keine Rolle, auf keinen Fall bei keinem Mann. Es dauert zu kurz, eine Stunde bis fünf Sekunden. Obwohl unmöglich war, daß jemand anderes außer mir diese Seen erreicht und mich erblickte, auch auf dem Wasserweg, empfand ich keine Scham oder Ängstlichkeit, aber wollte mich dennoch verborgen und unbeobachtet halten und beobachtete Vorsicht, so im Nachhinein ist das natürliche Vorsicht ebenso nackter Tiere, aber nicht ganz, es war mehr im Kopf. Grenzen verlaufen im Kopf. Mauern, Karrosserien ... Deshalb glückte die Befreiung nicht ganz, nur wirklich, aber nicht mit Vernunft.
Also nur Wirklichkeit ist unvernünftig, könnte ich Heike vorwerfen.
Jeder Mensch hat ein Geschlecht und nicht jeder fünfzigste. Oder die weibliche Hälfte. Vielleicht hat Heike Ansprüche auf mein Geschlecht, gehören tut es ihr nicht, es ist nicht ihr Besitz. Sie hat Anspruch auf Erektion, Steifigkeit. Die Frau hat ein Geschlecht und es verbindet nichts mit meinem. Geschlecht fordert seine Rechte, und welche sind das. Dass ich auf einer einsamen Insel als letzter Mann mit allen Frauen nicht aussterben will? Doch ich will aussterben, daran ändert kein Geschlecht, kein weibliches was. Ich nehme, und gebe nichts, richtig, es ist meins. Das erigierte Mädchen ist nichts anderes als der erigierte Junge, wollen sie deshalb etwas voneinander, oder von mir, will ich etwas von ihr oder ihm? Wieso?
Ich pinkelte mit Heike schon länger auf Berlin, von einem mariendorfer Parkhügel, den Wunsch drauf zu scheißen erfüllten wir uns bislang nicht. Wir haben auch keine Defäkationsfaszination wie Arno Schmidt bei natürlichen Körpervorgängen, wir müssen Funktionales nicht ins Sexuelle, Geschlechtliche zerren. Die Ästhetik besteht in Reflexen, diese sind schön. Fehlend schützen sie nicht vor dem Tod.
Mutter Erde war auch in meinem Fall steril. Arno Schmidte Kinderlosigkeitsfantasien, sind Vorstellungen von atomaren Wüsten, keine Vorstellungen von einem Kind.
Warum weiß ich nicht, ob er alleine in der Atomwüste nackt war, nackt radelte, barfuß ging, stellt er sich die Begegnung mit seiner Amazone mit Kleiderordnung vor? Im Garten ging er nicht nackt, in seinem Kopf allein. Alice wollte ihn so nicht fotografieren. War er so arm, daß er nicht an fehlende Kleidung erinnert werden wollte.
ist schnell erzählt! Leider habe ich weiße Haut, die ist nachts so verhältnismäßig gut sichtbar. Ich war mein eigener Voraustrupp und sondierte das Gelände, Feld. Ich schilderte die Idee eigentlich schon mal Heike bei dem Feld in Mahlow, dass ich es nackt durchlaufen wolle hin und zurück. Eigentlich kam mir die Idee beim Einschlafen und Gedanken wälzen, das Feld am Mauerweg kam mir in den Sinn, für Heike hatte es schon erotische Assoziationen, es war heiß und staubig, mir aber zu sehr gassigehende hundehalterexponiert. So wurde das damals nichts. Heike dürfte mich heute nackt und verfügbar aufs Feld entführen, aber als Pazifist lehnt sie Gewalt ab, oder sie will meinen Anblick nicht mit Anderen, Weibern, teilen, er stünde nur ihr zu.
Das Feld ist recht ausgedehnt, so daß man auch tagsüber (Übung) schwerlich in dessen Mitte nackt wahrgenommen würde. Neben der Landstraße schloß es mit einem Knick ( eine Wallhecke also galt es zu erobern ), der auch etwas Deckung geben könnte, an ein weiteres großes Feld. Ideales Terrain als für mich imaginiertes, im Zweifelsfall weghoppelndes Reh. [^1] [^1]: Der schönste Sex fühlte sich damals mit Heike im Zelt auf Lutzis Campingplatz in .... ohne Beobachtung und kindliche Kontrolle an, ich erinnere mich, und der Sex vorgestern, ein wunderschöner Alptraum. Süße Quälerei.
Wie gesagt ich sondierte am Mauerweg beginnend, Richtung Feld abschätzend, zu viel Pionierwald grenzte zwischen Radweg und Feld, in einigem Abstand von der Landstraße, folgte ich einem ersten Trampelpfad an den Rand des Baumbestandes, mehrere zum Weg parallel laufende Trampelpfade waren vorhanden, also sicher von Hundebesitzern frequentiert, in Berlin gibt es weniger Hunde aber Lichtverschmutzung, das Feld war hier eine Brache, ich leuchtete mit der Fahrradlampe mehrmals hinein, das Vorderrad hebend und anwerfend, ich irrte, wie ich später einsah, es war recht dunkel, zu dunkel wie mir später aufging. Das Ziel, die Aufgabe war, das Feld unter Zurücklassung von Fahrrad und Kleidung zu überqueren, ich wollte es an einen Baum binden, Kleidung und Schlüssel etwas abseits verbergen, das Ziel war also das Feld ohne sicheren Rückzugsweg, beziehungsweise gesicherte Wiedererlangung von Kleid und Rad zu queren, wozu ich Heikes Selbstverständnis und -bewußtsein gebraucht hätte, hatte ich aber nicht. Ganz banal ist die Wahrheit, ich lasse die Kleider praktisch zurück, weil ich doch nicht nackt bin, um Unnötiges und Ballast mitzuschleppen, und mich zu belasten und unbeweglich einzuschränken. Ich bräuchte einen Stock zum Dranbinden. Ich ziehe mich nicht aus, um Kleider zu schleppen tragen.
Die Brache versprach sich nicht schön überqueren zu lassen, ich wollte gegebenenfalls eintretendes Herzgeklopfe minimieren, minimal halten, ich bräuchte es gegen die Kälte, wenn ich sterbe, legt mich nackt auf ein Feld, wenn es nicht besser geht, in die Natur, die wilde Klamm. Herzklopfen inklusive. ( Wie im Stern der Ungeborenen von Franz Werfel. ) Barfußgehen ist wichtiger, es stellt die Welt auf den Kopf. Das Feld schien bis zum diagonalen Ende immer dunkler, außer der Lichtverschmutzung meiner hinten ....dorfer Nachbarn in Feierabendidylle. Das war ein Irrtum, das angebliche dunkle Ende war eine leichte Kuppe in der Mitte des Feldes.
Die Siedlung kam hinter der Kuppe näher, beleuchtend bald zu nah, da änderte sich die Brache sauber in Linien, Reihen bestelltes Feld, auch fester Grund zog sich, zu schräg, und lag quer übers Feld, zwischen beiden Teilen zur Knickung, ich müsste jetzt loslegen, spürte ich, ich suchte ein Abstellversteck für mein noch hell leuchtendes Fahrrad, Nabendynamo, ich hatte ihn mehrfach zur Ausleuchtung, der Feldgegebenheiten genutzt, es leuchtete, der Kondensator war voll, zu voll, ich wollte die Lampe abdecken, meine äugige Mütze verräterisch, ich identifzierbar, die Brache wuchs etwas höher, ich sah mich um, das Feld frei, ich würde ohne Übersicht vom Waldrand nackt in das frei einsehbare Feld tapern. Ich entschied mich mit Fahrrad bekleidet einige Schritte ins Feld die Aussicht zu testen. Ich holperte ein Drittel, eher ein Viertel das Feld hinein. Ich hatte mich überzeugt hier konnte ich mich unstörend ungestört aus- und entdeckt sogar ruhig wieder anziehen, in einer Dunkelheit, die das Unterscheiden der Bekleidung unmöglich macht, Aber nackt bin ich heller. Kurz hier ging es, ich klappte den Fahrradständer aus, stellte das mich verratende Fahrrad ab, und schloß es ab. Ich entschloß mich den Schlüssel mitzunehmen. Verlor ihn sogleich im Dunkeln, fand ihn.
Ich hatte am Waldrand schon Überlegungen gewälzt, wie ich im Dunkeln bei Rückkehr von der anderen Seite, die richtige Stelle wiederfinden und anpeilen könnte, ich entschied mich für die Identifizierung mittels Silhouetten und identifizierbarer Konturen von typischen Baumkronengruppen. Sehr unsicher sollte mir scheinen.
Ich legte das Fahrrad ein wenig seitlich ins Brachegestrüpp, das Licht wurde von Gewächs erstickt, ich legte die Jacke ab und zog meinem warmen mitgebrachten Tee aus der Innentasche, seine Trinkdauer war die Minimalzeit für den Gang, ich nahm ihn mit, ökologisch korrekt fand ich ihn in PETflasche nach merfachem Verlust wieder, ich ging einige Schritte weiter, das Terrain überzeugte mich, ich setzte mich abseits ins Gestrüpp, und entkleidete mich, die Schuhe eh, in Deckung. Ich häufte die Kleider und suchte verlorenen Tee und den Schlüssel zum Umhängen, nach dem Umblicken in Stille und Leere richtete ich mich auf und schritt los, sofort streichelte mich kältegemindert der sanfte etwas wärmere Wind, schon mal seltsam. Der wenige Tee, grün, wärmte noch und schmeckte, die Entfernung zum Aufbruchsort war gering, so das ich keine Befreiung empfand. Ich kam langsam zur Mitte des Feldes schritt schon forscher aus, barfußgeübt, die Schlüssel um den Hals klingelten, vergaß zeitweise die Nacktheit, der Weg zog sich, Entfernungen waren kaum einzuschätzen, den Punkt ohne Wiederkehr überwand ich unbemerkt ohne Zögern, der Weg zur anderen Seite begann, als sich der Weg aber in die Länge zog, ich an der Enfernungseinschätzung zu zweifeln begann, hörte die Brache auf, der Trampelpfad bog zuversichtlich direkter auf die Strauchböschung zu, war aber weniger eindeutig zu identifizieren für nachher zurück, ich lief vertrauensvoll weiter, lange, instinktiv lösungsgewiss auf das Fußgedächtnis zählend, ich lief länger, aber der Knick versprach in Aussicht zu kommen, was er dann auch bald tat, ich konnte ihn in einer Graßschneise auf die nächste Seite durchlaufen, erschreckt von einem weißen Pfosten in Hundehöhe, der aber nicht bellte.
Ich sah auf das weite neue Feld, ein nächste Etappe, wann, werde ich zwanghaft?
Ich macht mich ohne Eile an den Rückweg, der Tee war lange leer, die Schlüssel klirrten leise, ich verfehlte den Weg, zwischenzeitlich kam mir meine Tarnung in den Sinn, ich bückte mich, Fee, ( wie lange blickten nackte Ritter in den Schaum der Bäche, bis ihnen Wassergeister, Undinen, erschienen?) krümelte etwas schwarzbraune Erde, Erde ist sauberer Dreck, beschmierte mich und rieb mich am Hoden, Leisten, Gerestschlechtsteil (Scham und Scheide für den Selbstversuch bei Damen) ein, und auch Brust, Flanken und Po, Po besonders, fühlt sich gut an, ich leuchtete etwas weniger erschreckend. Andere Erdsorten konnte ich noch nicht testen, primitive rote oder ocker, Kreide verbietet sich vielleicht ein wenig. Zwei schlechte Bücher zum Beschmieren hatte ich nicht dabei! Solche Tarnung verschwindet großteils beim Überstreifen von Kleidung, die ich aber lang noch nicht erreicht hatte. Ich fand den Weg, er war falsch, ich versuchte die Richtung des Rückwegs auszumachen, unmöglich sie wiederzufinden, ich ertastete den Weg füssig, erkannte ihn als doch schon wieder richtig, ich traf glücklich wieder auf die Stelle wo die Brache begann, ob ich mich in der Mark Samen verlor, ich erkannte sie nicht , sollte ich mich als Unkraut fühlen, hätte ich mich im Glyphosatkampf jedenfalls behaupten müssen, hier wuchs nur klein und kümmerlich, was nicht hergehörte, oder ob ich gar eine erstrebenswete Weltbevölkerung ernährende Frucht stellte, sei dahingestellt und es darf sich der Leser je nach Erzählform und Verlag die Geschichte stimmig zuende imaginieren. Nach einem längeren Rückweg begannen die Blicke in die Brache und die Sorge, schrecken wollte ich mich partout nicht, aber ich verzweifelte schnell, was, wenn ich an Kleidung und Rad unbemerkt vorbeilief, verdammt dunkel wie es war. Ich trat sofort in die Brache und untersuchte die Schemen, war das schon ein Kleiderhaufen, nein große Blätter, gar kein Brachegestrüpp, Blütenstengel, wie ich einer, kohlig angeordnete Blätter. Unaufmerksam, dachte ich, die ganze Zeit am Kohlfeld vorbeigelaufen und nicht bemerkt. Samen meinerseits, Kerne vom kernigen Kerl, wären vom Kohl bis zu Lieferung in den Supermarkt weggeregnet. Die Erdmutter war mir hier unfruchtbar und häßlich, im Dunkeln ist das kein Mangel, bei Sonne suche man sich eine schönere Landschaft. Sicher! Trotzdem am Rad vorbei oder nicht, die Kleider zu finden, gab ich nachrangige Priorität, auf große Fahrradkonturen fokussieren, der Ausgangswaldrand rückte näher, ich würde umkehren müssen, lange suchen müssen, erfrieren, den Kohl tastend abkriechen, das hier ist ein zwangskollektiviertes PostLPGfeld, kurz groß, häßlich, amerikanisch groß, steril, industriell groß, außer mit meinem zu verschwendenden Samen, was Heike und nicht den Kommunisten gehört, nicht verunreinigt, glyphosatifiert, die Verzweiflung milderte sich im angenehmen Laufen, bleckte wieder hervor und kroch heran. Aber eigentlich war es schön, es war keiner da und bis morgen würde kaum einer kommen. Blöd wärs doch mangels Kleidung ( Fahrrad wohl nicht) nochmal sechs Kilometer durch die Stadt so zu laufen, bei eisigem Wind zu radeln ( Die dunkle Route ist machbar). Seltsamerweise schwand mein Schamgefühl und ich legte mir einige Argumente zurecht: " Ich zieh mich um. Ich hab meine Kleider verlegt. Ich geh mit dem Wulff , der Vulva, spazieren, ich habe eine Wette verloren, ihr Hund ist auch nackt, ich habe meine Unterhose verlegt. Ich will mich nicht unterhalten !" Zu dem interessierten älteren Herrn mit KLEINEM Hund, oder zur Polizei, berlin oder brandenburgsch, bauen taten jedenfalls die Berliner Wasserbetriebe in BRANDENBURG, Skandal.
Schließlich kam mir der Gedanke an Scham kurz abhanden, als ich meinen Vater über ein Feld, Felder, durch große Flüsse schwimmend, verwundet mit Fieber durch die Sowjetunion stolpern und straucheln sah, auf der Flucht, oder genehmigten Ausreise? Er wurde einmal bei einer russischen Familie wach. Sie hatten ihn im Fieber ohnmächtig auf dem Feld gefunden, wie nackt er gegebenenfalls dabei war, dürfte alle Beteiligten weder gestört noch beschämt haben, alles Glück, so kam ich jetzt an meinen Kleidern vorbei, etwas weiter glimmte die treue Lampe, mit gelbfunzelnder Tasche, niemals mehr ohne Lampe, selbst wenn es blendet, Licht nahm ich mir vor, Unsitte von daheim und Garten, dort suchte ich schon mal die Gießkanne im Dunkeln. Der Entschluß den Rest des Feldes noch nackt zu durchlaufen, fiel trotz möglicher Entdeckung leicht. Ich hatte schon wieder alles zu weit getrieben und im Rücken
Auf dem Rückweg verlangsamte ich, ein verirrter Jogger wackelte mit seinem Irrlicht durch den Waldstreifen, brutal langsam, ich kühlte wartend aus, und er tapprig, SPOOOAAT, bis zum Herzinfarkt des Achtzigjährigen. Ja muss das denn sein? Es erlichterte vielleicht noch ein Radfahrer, rot?, jedenfalls war mir die Personenzahl unklar und ich wusste nicht, wer abzog, und wen ich mir einbildete. Die Birkenstämme an der entscheidenden Stelle vor mir wirkten von unten beleuchtet, als ob sich jemand niedergelassen hätte, der Vergleich zeigt aber bei anderen Birken dieselben Lichtverhältnisse.
Ich näherte mich und erreichte den stetsverdächtigen Hundegeher- und steher- und -schnüfflertrampelpfad, hüpfte zur Zielbestätigung ein wenig auf der Stelle, beglückt, und wandte mich dem Ende meiner Reise zu, in hasenfüssiger Gewissheit jedem Annäherer entkommen zu können, genoß den schon bekannten Pfad, vergaß irritiert anhetzende anbellende mich mit dem seltsamen Hasen verwechselnde und zerfleischende Hunde (Schlüssel in die Faust, doch Stock.) Schließlich erreichte ich zuerst das Fahrrad, schloß es gemütlich nackt auf, verlor nochmal Teeflasche und Schlüssel, Entspannung hatte schon den letzten Weg das Herzklopfen abgesenkt ins Gefühl, frequenzmäßig, ich eilte halbwegs beginnend klappernd zu den Kleidern, verhedderte mich in der dreifachen Oberkörperbekleidung, erkannte die erste Baumwollhose, grün auf grün nicht, hatte beide Hosen an, wärmte mit zwei Händen je einen Fuß vor, und war bald in Strümpfen und Schuhen. Die Jacke fehlte, ei verdammt, die kannst du nur hier ausgezogen haben, suchte, fand sie nicht, schon kalt so klappernd zitternd, sie lag doch am Fahrrad, die PETTeeflasche schaffte es auch in die Tasche, ich schob das Fahrrad vom Feld meinen Ruhmesplatz, Ruhmesfeld, einmal durchquert, verlassend.
Ich dachte anfänglich ich würde mit Sicherheit eine Erektion beim Selbstlibertinageversuch bekommen vielleicht angstgetrieben (Törless, Musil), die sich vielleicht in eine Orgasmusfähigkeit unter Hilfestellung oder auch ohne verwandeln könnte. Das war nicht der Fall, ich schritt im richtigen Gefühl, ließ die deckende haltende Hand von der weichen samtenen Mitte, Geschlecht, Gefühlsmitte, fallen, der dynamische stramme Beckenboden federte mich muskulös nach oben und weiter voran, ich ließ die Arme frei und im Takt des Laufs schwingen, nur die umgehängten Schlüssel klirrten leise. Prioritäten: Nackt alle Hoffnung fahren lassen oder zurückgewinnen ist nicht so wichtig, aber das Fahrrad laß ich mir nicht klauen. Gesellschaft brauch ich keine, will ich keine, Heike darf mich an der Hand nehmen. Irgendwo hinführen. Es muss sich ja nicht gut anfühlen. Mikrobiologisch interessant eher.
Das klopfende Herz ist ein Lustorgan, nicht nur für Infarkte und Schlaganfälle. Wir schwitzen, sind nackt und haben Angst. Lebendig. Befreiung scheint möglich. Loslassen, die Kleidung.
426 Meter mal zwei, achthundertfünfzig, gilt als Kilometer. Das waren aber mehr als zwölf Minuten bei fünf Stundenkilometern.
Nächstes Mal weiter. Vorwärts immer. Zwei Stunden sind zehn Kilometer. Neun Stunden.
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